DTZ Prüfung Aufbau: Ablauf des Deutsch-Tests für Zuwanderer
Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026 · Mit BAMF, g.a.s.t. und Gesetzestexten geprüft
Der Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ) ist die Sprachprüfung am Ende des Integrationskurses. Dieser Ratgeber führt Sie durch alle Prüfungsteile – was Sie hören, lesen, schreiben und sprechen, wie viele Aufgaben es gibt und wie viel Zeit Sie haben. Außerdem erfahren Sie, wie das Gesamtergebnis A2 oder B1 entsteht, was am Prüfungstag erlaubt ist und wie Sie sich mit den kostenlosen offiziellen Übungssätzen vorbereiten.
Der DTZ in Kürze
Der DTZ ist die Sprachprüfung, mit der der Integrationskurs abschließt. Er ist skaliert: Es gibt nur eine Prüfung, und je nach Leistung erhalten Sie ein Zertifikat über das Niveau A2 oder B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER). Wer unter A2 bleibt, bekommt kein Zertifikat, sondern nur eine Mitteilung über das Ergebnis.
Entwickelt wurde der Test vom Goethe-Institut und von telc. Seit dem 1. Januar 2023 führt ihn die g.a.s.t. (Gesellschaft für Akademische Studienvorbereitung und Testentwicklung) durch, vorher war telc zuständig. Inhaltliche Grundlage ist das Rahmencurriculum für Integrationskurse.
Sie legen die Prüfung an einer Prüfstelle ab, also bei einem vom BAMF zugelassenen Integrationskursträger; ausgewertet wird zentral. Die Aufgaben stammen aus dem Alltag, aus zwölf Handlungsfeldern wie Ämter und Behörden, Arbeit, Banken und Versicherungen, Betreuung und Ausbildung der Kinder, Einkaufen, Gesundheit, Mobilität und Wohnen. Für den Jugendintegrationskurs gibt es eine eigene Jugendversion.
Alle Prüfungsteile im Überblick
| Prüfungsteil | Teile | Texte und Aufgabenformen | Aufgaben | Zeit |
|---|---|---|---|---|
| Hören | 4 | Telefonansagen und Durchsagen, Radioinformationen, Alltagsgespräche, Meinungen aus einer Radioumfrage | 20 (1–20) | ca. 25 Min. |
| Lesen | 5 | Verzeichnisse und Register, Kleinanzeigen, Mitteilungen und Pressetexte, ein Informationstext, ein formeller Brief mit Lücken | 25 (21–45) | 45 Min. |
| Schreiben | 1 | Eine halbformelle oder formelle Mitteilung (Brief oder E-Mail), Aufgabe A oder B zur Wahl | 1 Text | 30 Min. |
| Sprechen | 3 | Über sich sprechen, über ein Foto und Erfahrungen sprechen, gemeinsam etwas planen | Bewertung durch zwei Prüfende | ca. 16 Min. als Paar |
Hören, Lesen und Schreiben bilden die schriftliche Prüfung: 100 Minuten in dieser Reihenfolge, ohne Pause. Sprechen ist eine eigene mündliche Prüfung.
Hören: vier Teile, jeder Text nur einmal
Alle Pausen sind auf der Aufnahme, das Tempo gibt also die Aufnahme vor. Ihre Lösungen markieren Sie auf dem personalisierten Antwortbogen, der für Hören und Lesen gemeinsam gilt.
| Teil | Was Sie hören | Aufgaben | Aufgabentyp |
|---|---|---|---|
| 1 | Ansagen am Telefon und öffentliche Durchsagen, z. B. am Bahnhof oder im Geschäft | 1–4 (+ Beispiel) | Multiple Choice mit drei Optionen, Frage etwa „Was soll Frau X tun?“ |
| 2 | Kurze Radioinformationen; Wetter- und Verkehrsbericht sind immer dabei, dazu Programm- oder Veranstaltungstipps | 5–9 | Multiple Choice mit drei Optionen (W-Frage oder Satzanfang) |
| 3 | Vier Alltagsgespräche (+ Beispiel) | 10–17 | Pro Gespräch eine Richtig/Falsch-Aufgabe zum Gesamtverständnis und eine Multiple-Choice-Aufgabe zu einem Detail |
| 4 | Radioumfrage: Mehrere Personen äußern ihre Meinung zu einem Thema | 18–20 (+ Beispiel) | Aussagen a–f den Personen zuordnen; vorher 1 Minute Lesezeit; eine Aussage gehört zum Beispiel, zwei bleiben übrig |
Sie hören jeden Text nur einmal. Nutzen Sie die Lesepausen auf der Aufnahme vollständig für die Aufgaben – ein zweites Hören gibt es nicht.
Lesen: fünf Teile, Aufgaben 21–45
| Teil | Text | Aufgaben | Aufgabentyp |
|---|---|---|---|
| 1 | Verzeichnis oder Register, z. B. Wegweiser im Kaufhaus, Menü einer Website, Infotafel | 21–25 | Drei Optionen; meist sind zwei davon Rubriken, die dritte ist eine Negativoption wie „andere Etage / andere Seite“ |
| 2 | Kleinanzeigen a–h | 26–30 | Fünf Situationen den Anzeigen zuordnen; zu einer Situation passt keine Anzeige – dann markieren Sie x |
| 3 | Drei kurze Pressetexte oder (halb)formelle Mitteilungen, z. B. von Vermieter, Schule oder Energieversorger | 31–36 | Pro Text eine Richtig/Falsch- und eine Multiple-Choice-Aufgabe |
| 4 | Ein längerer Informationstext, z. B. Produktinformation, Anleitung oder Geschäftsbedingungen | 37–39 | Richtig/Falsch |
| 5 | Ein formeller Brief mit Lücken | 40–45 | Das passende Wort aus drei Optionen: Anrede, Pronomen, Verben, Konnektoren, Schluss |
Für Lesen haben Sie feste 45 Minuten. Die Negativoption in Teil 1 und das x in Teil 2 sind echte Lösungen – gehen Sie nicht davon aus, dass immer eine der genannten Möglichkeiten passt.
Schreiben: ein Brief oder eine E-Mail in 30 Minuten
Die offizielle Arbeitsanweisung lautet:
„Wählen Sie Aufgabe A oder Aufgabe B. Zeigen Sie, was Sie können. Schreiben Sie möglichst viel. Vergessen Sie nicht die Anrede und den Gruß.“
- Sie wählen Aufgabe A oder Aufgabe B und kreuzen Ihre Wahl auf dem Schreibbogen an.
- Jede Aufgabe beschreibt kurz eine Situation und nennt vier Leitpunkte in Stichworten. Alle vier müssen Sie bearbeiten.
- Die Textsorte ist eine halbformelle oder formelle Mitteilung (Brief oder E-Mail) mit Anrede und Gruß.
- Eine Wortzahl ist nicht vorgegeben; die Anweisung fordert Sie auf, möglichst viel zu schreiben.
- Bewertet wird nur der Schreibbogen (Vorder- und Rückseite, keine Zusatzblätter); Notizen im Aufgabenheft zählen nicht.
- Bewertet werden vier Kriterien – Inhalt, Kommunikative Gestaltung, Korrektheit und Wortschatz – mit je 0 bis 5 Punkten, also höchstens 20 Punkte.
- Wörterbücher sind nicht erlaubt.
Ein leerer Schreibbogen ergibt 0 Punkte. Nach der aktuellen Regel lässt sich ein sehr schwaches Schreiben noch ausgleichen; tritt die geplante Regel am 1. November 2026 in Kraft, kostet ein Schreiben mit 0–6 Punkten das Gesamtergebnis B1.
Sprechen: Paarprüfung ohne Vorbereitungszeit
Die mündliche Prüfung legen Sie in der Regel zusammen mit einer anderen Person ab. Zwei lizenzierte Prüfende sind dabei: Eine Person leitet das Gespräch, die andere beobachtet; beide bewerten unabhängig voneinander, es zählt der Durchschnitt. Eine Vorbereitungszeit gibt es nicht. Pro Paar sind etwa 20 Minuten eingeplant, davon rund 4 Minuten für die Beratung der Prüfenden. Bei einer ungeraden Zahl von Teilnehmenden gibt es eine kürzere Einzelprüfung.
| Teil | Ablauf | Punkte | Zeit (Paar) |
|---|---|---|---|
| 1A Über sich sprechen | Beide bekommen dasselbe Blatt mit Stichworten (Name, Geburtsort, Wohnort, Arbeit/Beruf, Familie, Sprachen); jede Person spricht etwa 1 Minute | 5 | ca. 4 Min. für Teil 1 |
| 1B Auf Nachfragen reagieren | Die prüfende Person stellt eine Nachfrage, z. B. zu Familie oder Arbeit | 5 | innerhalb von Teil 1 |
| 2A Über Erfahrungen sprechen | Jede Person bekommt ein anderes Foto zu einem gemeinsamen Thema und beschreibt es: „Was sehen Sie auf dem Foto? Was für eine Situation zeigt dieses Bild?“ | 10 | ca. 6 Min. für Teil 2 |
| 2B Auf Nachfragen reagieren | Fragen zu eigenen Erfahrungen und zum Vergleich mit dem Heimatland; die Fragen werden an A2 oder B1 angepasst | 10 | innerhalb von Teil 2 |
| 3 Gemeinsam etwas planen | Beide bekommen dieselbe Situation mit Stichpunkten, planen gemeinsam, machen Vorschläge und reagieren aufeinander; die prüfende Person hilft nur bei Bedarf | 20 | ca. 6 Min. |
Diese 50 Punkte gelten der Aufgabenbewältigung. Weitere 50 Punkte gibt es für die Sprache: Aussprache/Intonation 10, Flüssigkeit 10, Korrektheit 15, Wortschatz 15 – zusammen 100 Punkte.
So entsteht Ihr Ergebnis A2 oder B1
Der DTZ weist drei Teilergebnisse aus: Hören/Lesen (gemeinsam), Schreiben und Sprechen. Jeder Teil erreicht nach den Punkten in der Tabelle unten B1, A2 oder unter A2.
Aktuelle Regel (§ 10 IntTestV): Für B1 gesamt brauchen Sie B1 im Sprechen und B1 in mindestens einem der beiden anderen Teile. Der dritte Teil darf niedriger liegen – derzeit sogar unter A2. A2 gesamt funktioniert genauso eine Stufe tiefer: Sprechen mindestens A2 und ein weiterer Teil mindestens A2. Die g.a.s.t. begründet das so: Sprechen ist die Schlüsselkompetenz, deshalb muss das Sprechen immer das bescheinigte Niveau erreichen.
Geplante Änderung: Laut einer dpa-Meldung über einen Entwurf des Bundesinnenministeriums soll ab dem 1. November 2026 auch der schwächste Teil mindestens A2 erreichen. Für B1 gesamt bräuchten Sie dann zusätzlich mindestens 20 Punkte in Hören/Lesen und mindestens 7 Punkte im Schreiben. Der offizielle Text war am 20. Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht – es ist also ein Plan, noch kein geltendes Recht. Die Einzelheiten erklärt unser Ratgeber „DTZ 2026: die neue Regel“.
| Prüfungsteil | B1 | A2 | unter A2 |
|---|---|---|---|
| Hören + Lesen (45 Aufgaben, je 1 Punkt) | 33–45 | 20–32 | 0–19 |
| Schreiben (max. 20) | 15–20 | 7–14 | 0–6 |
| Sprechen (max. 100) | 75–100 | 35–74,5 | 0–34,5 |
Schlagzeilen wie „Die B1-Prüfung wird für alle schwerer“ übertreiben. Wer wirklich alle Teile bearbeitet, merkt wenig; riskant ist ein Schreiben mit 0–6 Punkten oder Hören/Lesen mit 0–19 Punkten.
Regeln am Prüfungstag
- Bringen Sie einen gültigen amtlichen Lichtbildausweis mit; er liegt während der schriftlichen Prüfung sichtbar auf dem Tisch.
- Auf dem Tisch liegen nur Ausweis, Kugelschreiber (und ein Ersatzstift), Prüfungsunterlagen und ein Getränk.
- Schreiben Sie nur mit einem nicht radierbaren blauen oder schwarzen Kugelschreiber; Bleistift ist nicht erlaubt.
- Sie bekommen einen personalisierten Antwortbogen für Hören und Lesen und zu Beginn des Schreibens einen eigenen Schreibbogen.
- Zum Korrigieren malen Sie das falsch markierte Feld vollständig aus und markieren dann das richtige Feld.
- Bewertet werden nur Antwortbogen und Schreibbogen; Notizen im Aufgabenheft zählen nicht.
- In der schriftlichen Prüfung gibt es keine Pause. Jeden Teil bearbeiten Sie nur in der dafür vorgesehenen Zeit, „Stopp“-Hinweise im Heft markieren das Ende, und Vorblättern ist nicht erlaubt.
- Wörterbücher und andere Hilfsmittel sind verboten, Handys und andere elektronische Geräte dürfen nicht im Raum sein. Sprechen Sie nicht mit anderen Teilnehmenden.
- Den Raum verlassen Sie nur in Ausnahmefällen und einzeln; verpasste Zeit wird nicht nachgeholt. Bleiben Sie bis zum Ende der schriftlichen Prüfung sitzen.
Wer täuscht oder es versucht, unerlaubte Hilfsmittel benutzt oder weitergibt oder den Ablauf stört, wird ausgeschlossen (§ 8 IntTestV) – auch nachträglich, wenn es sich erst später herausstellt. Vor Beginn können Sie jederzeit zurücktreten; brechen Sie nach Beginn aus eigenem Verschulden ab, gilt die Prüfung als nicht bestanden.
Abschlusstest und Zertifikat Integrationskurs
Der Abschlusstest des Integrationskurses besteht aus zwei Tests: dem DTZ und dem Test „Leben in Deutschland“ (LiD) mit 33 Fragen.
- Zertifikat Integrationskurs: DTZ gesamt B1 und LiD bestanden, also mindestens 15 von 33 Fragen richtig.
- Mit mindestens 17 von 33 richtigen Antworten gilt der LiD-Test zugleich als Nachweis der Kenntnisse für die Einbürgerung (§ 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 StAG).
- Mit dem Zertifikat Integrationskurs gelten für die Niederlassungserlaubnis ausreichende Deutschkenntnisse (B1) und Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung als nachgewiesen (§ 9 Abs. 2 AufenthG).
- Mit DTZ A2 erhalten Sie ein A2-Zertifikat, aber kein Zertifikat Integrationskurs. Was Sie dann tun können, erklärt unser Ratgeber „DTZ A2 statt B1“.
Für die Einbürgerung verlangt das Gesetz B1, nennt aber keinen bestimmten Prüfungsanbieter; die Einbürgerungsbehörde entscheidet. Klären Sie Ihren Fall mit der zuständigen Behörde.
So bereiten Sie sich vor
- Beginnen Sie mit den beiden kostenlosen offiziellen Übungssätzen der g.a.s.t. – vollständige Sätze mit Audiodateien. Lösen Sie einen davon unter Prüfungsbedingungen: 100 Minuten am Stück, jeden Hörtext nur einmal.
- Hören: Trainieren Sie, einen Text beim ersten Hören zu verstehen und die Aufgaben in den Pausen zu lesen.
- Lesen: Üben Sie Verzeichnisse mit Negativoption und Anzeigen-Zuordnungen mit x.
- Schreiben: Schreiben Sie Briefe zu verschiedenen Alltagssituationen und prüfen Sie jedes Mal, ob alle vier Leitpunkte, Anrede und Gruß vorhanden sind.
- Sprechen: Weil es keine Vorbereitungszeit gibt, üben Sie eine einminütige Vorstellung und das gemeinsame Planen laut mit einem Partner oder einer Partnerin.
Zertifly hat kein eigenes DTZ-Modul und keine DTZ-Übungsprüfung. Unsere Angebote trainieren dieselben Fertigkeiten: telc Deutsch B1 Schreiben (halbformelle Briefe und E-Mails mit vier Leitpunkten, KI-Feedback zu Inhalt und Sprache), die telc-B1-Sprechsimulation mit drei Teilen inklusive „gemeinsam etwas planen“ und Live-KI-Prüfungspartner sowie Lese- und Hörsets für telc und Goethe B1. Im Detail unterscheiden sich die Formate vom DTZ.
Offizielle Quellen
Die Prüfungsregeln und Zahlen in diesem Ratgeber wurden anhand der folgenden offiziellen Quellen geprüft.
- g.a.s.t.: Der DTZ auf einen Blick – Aufbau, Bewertung und Punktzahlen
- g.a.s.t.: DTZ-Übungssatz 1 (PDF)
- BAMF / Goethe-Institut: Deutsch-Test für Zuwanderer – Prüfungsziele, Testbeschreibung (PDF)
- BAMF: Abschlussprüfung mit Zertifikat – DTZ und Test „Leben in Deutschland“
- Integrationskurstestverordnung (IntTestV), §§ 6–11
- g.a.s.t.: Häufig gestellte Fragen zum DTZ
- g.a.s.t.: DTZ-Übungssatz 2 (PDF)
- dpa-Meldung: Strengere Regeln bei Deutschtests für Zuwanderer (Oktober 2026)
Weiterführender Ratgeber
DTZ-Fertigkeiten gezielt trainieren
Zertifly hat kein DTZ-Modul. telc-B1-Schreibaufgaben mit vier Leitpunkten und KI-Feedback sowie die telc-B1-Sprechsimulation mit Live-KI-Partner trainieren aber genau diese Fertigkeiten.