Goethe B2 Lesen Übungen: 5-Part Reading Practice with Answers
Last updated: 16 October 2026 · Checked against official exam sources
This practice set mirrors the five parts of the Goethe-Zertifikat B2 Reading module: forum posts, a gapped magazine article, a newspaper article, opinion pieces and a set of rules. It is shorter than the exam (22 instead of 30 items), but each part uses the official task type, so you can check your approach before a full mock test.
Goethe B2 Reading at a glance
| Part | Text and task | Exam items | Suggested time |
|---|---|---|---|
| Teil 1 | Four forum posts; match statements to people (a person can be chosen more than once) | 9 | 18 min |
| Teil 2 | Magazine article with gaps; choose the missing sentences, two sentences are left over | 6 | 12 min |
| Teil 3 | Newspaper article; three-option multiple choice | 6 | 12 min |
| Teil 4 | Eight opinion pieces; match them to headings, one piece is left over | 6 | 12 min |
| Teil 5 | Rules or regulations; match headings from a table of contents to the sections, four are not needed | 3 | 6 min |
All texts and items below are original Zertifly practice material, not official exam content. The set is shortened (22 items), but the task types follow the official model set.
Teil 1: Forum posts – who says what? (items 1–7)
You are reading a forum in which people discuss volunteering. Which of the four people (a–d) does each statement apply to? People can be chosen more than once. Example: 0 → a.
a) Miriam: Seit drei Jahren lese ich jeden Dienstagnachmittag in einer Grundschule mit Kindern, die zu Hause wenig Deutsch sprechen. Anfangs hatte ich Zweifel, ob ich das neben meiner Vollzeitstelle schaffe, aber die zwei Stunden stehen fest in meinem Kalender, wie ein Arzttermin. Gelernt habe ich vor allem Geduld – und dass man Fortschritte oft erst nach Monaten sieht. Bezahlt werden möchte ich dafür übrigens nicht: Sobald Geld im Spiel wäre, würde es sich für mich wie ein zweiter Job anfühlen.
b) Jonas: Ich bin bei der freiwilligen Feuerwehr, wie schon mein Vater und mein Großvater. Bei uns auf dem Dorf geht es gar nicht anders, denn ohne Freiwillige gäbe es im Umkreis von zwanzig Kilometern keine Feuerwehr. Die Übungsabende kosten Zeit, und nachts aus dem Bett geholt zu werden, ist kein Vergnügen. Trotzdem finde ich, dass jeder, der gesund ist, der Gemeinschaft etwas zurückgeben sollte. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum der Staat das nicht stärker würdigt, zum Beispiel durch Vorteile bei der Rente.
c) Aylin: Ich engagiere mich nur projektweise, etwa im letzten Frühjahr beim Aufbau eines Gemeinschaftsgartens. Eine feste wöchentliche Verpflichtung könnte ich mit meinen Schichtdiensten im Krankenhaus gar nicht einhalten. Viele Vereine erwarten aber genau das und wundern sich dann, dass ihnen der Nachwuchs fehlt. Ich wünsche mir mehr Angebote, bei denen man spontan für ein paar Stunden einspringen kann. Über eine Online-Plattform finde ich inzwischen fast jeden Monat etwas Passendes.
d) Robert: Nach meiner Pensionierung wollte ich nicht nur im Garten sitzen. Heute begleite ich einmal pro Woche ältere Menschen zu Arztterminen oder zum Einkaufen. Für mich ist das kein Opfer, sondern ein Gewinn: Ich komme raus, lerne neue Leute kennen und habe das Gefühl, gebraucht zu werden. Problematisch finde ich allerdings, wenn Ehrenamtliche Aufgaben übernehmen, für die eigentlich bezahlte Fachkräfte zuständig wären, etwa in der Pflege. Da darf sich niemand aus der Verantwortung stehlen.
- 0 Wer engagiert sich für Kinder? (Beispiel – Lösung: a)
- 1 Wer setzt eine Familientradition fort?
- 2 Wer kritisiert, was viele Vereine von Freiwilligen erwarten?
- 3 Wer möchte für das Engagement nicht bezahlt werden?
- 4 Wer warnt davor, dass Freiwillige Aufgaben von Fachkräften übernehmen?
- 5 Wer wünscht sich vom Staat mehr Anerkennung für Freiwillige?
- 6 Wer findet passende Einsätze über das Internet?
- 7 Wer empfindet das Engagement nicht als Verzicht, sondern als Bereicherung?
Teil 2: Gapped article (items 8–11)
You are reading a magazine article about the history of the bicycle. Which sentences (a–f) fill gaps 8–11? Two sentences are not needed.
Vom Laufrad zum E-Bike – eine kurze Geschichte des Fahrrads
Als Karl Drais im Jahr 1817 in Mannheim seine „Laufmaschine“ vorstellte, ahnte kaum jemand, welche Karriere diese Erfindung machen würde. Das Gefährt bestand fast vollständig aus Holz und hatte keine Pedale; man stieß sich mit den Füßen vom Boden ab. __8__ Viele Zeitgenossen hielten das Gerät deshalb eher für ein Spielzeug wohlhabender Herren.
Erst Jahrzehnte später bekam das Rad Tretkurbeln am Vorderrad. Weil man mit einem größeren Vorderrad pro Umdrehung eine längere Strecke zurücklegte, wurden die Räder immer höher. __9__ Stürze aus dieser Höhe endeten nicht selten mit schweren Verletzungen.
Den Durchbruch brachte in den 1880er-Jahren das sogenannte Niederrad mit zwei etwa gleich großen Rädern und einer Kette, die das Hinterrad antrieb. Bald darauf kamen luftgefüllte Reifen hinzu, die das Fahren deutlich bequemer machten. __10__ Für viele Arbeiterinnen und Arbeiter war das Fahrrad nun das erste eigene Verkehrsmittel, mit dem sie auch eine weiter entfernte Arbeitsstelle erreichen konnten.
Heute erlebt das Fahrrad eine erstaunliche Renaissance. In vielen Städten werden Radwege ausgebaut, und dank Elektromotoren sind auch lange Pendelstrecken und steile Hügel kein Hindernis mehr. __11__ Ob sich das Rad gegen das Auto langfristig behaupten kann, hängt deshalb nicht zuletzt von der Verkehrspolitik ab.
- a) Gleichzeitig wurde das Fahrrad durch die Massenproduktion so billig, dass es sich breite Bevölkerungsschichten leisten konnten.
- b) Auf den schlechten Straßen kam man damit allerdings kaum schneller voran als zu Fuß.
- c) Diese Hochräder waren zwar schnell, für ihre Fahrer aber alles andere als ungefährlich.
- d) Kritiker bemängeln jedoch, dass der Platz auf den Straßen weiterhin vor allem den Autos gehört.
- e) Auch heute werden die meisten Fahrräder noch in Handarbeit gefertigt.
- f) Deshalb verkaufen Fahrradhändler inzwischen mehr gebrauchte als neue Räder.
Teil 3: Newspaper article – multiple choice (items 12–15)
You are reading a newspaper article about noise in cities. Choose the correct answer (a, b or c) for items 12–15.
Wenn die Stadt nicht zur Ruhe kommt
Verkehr, Baustellen, Lieferdienste: In deutschen Großstädten ist es selten wirklich still. Lange galt Lärm vor allem als Ärgernis, über das man sich beim Nachbarn oder bei der Hausverwaltung beschwert. Inzwischen sehen Medizinerinnen und Mediziner darin ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. „Der Körper reagiert auf Lärm auch dann, wenn wir ihn bewusst gar nicht mehr wahrnehmen“, erklärt die Umweltmedizinerin Katrin Albers. Wer an einer stark befahrenen Straße schläft, wacht nicht unbedingt auf, doch Puls und Blutdruck steigen bei jedem lauten Fahrzeug kurz an. Auf Dauer, so Albers, könne das Herz und Kreislauf belasten.
Besonders betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen. Wohnungen an Hauptverkehrsstraßen sind meist günstiger, und wer wenig verdient, hat bei der Wohnungssuche kaum eine Wahl. Lärm sei daher auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, betont Albers.
Viele Städte haben in den vergangenen Jahren Lärmaktionspläne aufgestellt. Dazu gehören nächtliche Tempo-30-Zonen, leiserer Straßenbelag und Schallschutzfenster, deren Einbau teilweise bezuschusst wird. Solche Maßnahmen wirken, doch sie kosten Geld und stoßen nicht überall auf Zustimmung: Gegen nächtliche Tempolimits auf großen Straßen protestieren regelmäßig Autofahrerverbände, die längere Fahrzeiten befürchten.
Einen anderen Weg geht ein Forschungsprojekt, an dem sich mehrere Städte beteiligen. Dort haben Bewohnerinnen und Bewohner per App sogenannte ruhige Orte markiert – Innenhöfe, kleine Parks oder Friedhöfe, in denen man sich vom Stadtlärm erholen kann. Ziel ist nicht, den Lärm überall zu senken, sondern solche Rückzugsorte gezielt zu schützen, etwa bei der Planung neuer Gebäude. „Absolute Stille wird es in einer Großstadt nie geben“, sagt Projektleiter Tobias Renner. „Aber jeder sollte in wenigen Minuten zu Fuß einen Ort erreichen können, an dem es leiser ist.“
- 12 Nach Ansicht von Katrin Albers ist Lärm gefährlich, weil … a) der Körper auch auf Lärm reagiert, den man nicht bewusst hört. b) die Menschen nachts häufig davon aufwachen. c) er vor allem das Gehör dauerhaft schädigt.
- 13 Menschen mit geringem Einkommen … a) beschweren sich seltener über Lärm. b) wohnen häufiger an lauten Straßen, weil die Mieten dort niedriger sind. c) bekommen Schallschutzfenster vollständig bezahlt.
- 14 Über die Lärmaktionspläne erfährt man, dass … a) sie bisher kaum Wirkung zeigen. b) sie vor allem von Autofahrern unterstützt werden. c) einzelne Maßnahmen umstritten sind.
- 15 Das Forschungsprojekt möchte vor allem … a) den Verkehrslärm in der ganzen Stadt senken. b) Orte, an denen man sich erholen kann, erhalten und schützen. c) eine App für Lärmbeschwerden entwickeln.
Teil 4: Opinions and headings (items 16–19)
You are reading opinions on the four-day week. Which opinion (a–f) fits which heading? Opinion a is the example and cannot be used again; one opinion does not fit any heading.
a) Seit unser Betrieb auf vier Tage umgestellt hat, kann ich freitags die Kinder früh von der Kita abholen. Arzttermine, für die ich früher Urlaub nehmen musste, lege ich jetzt auf den freien Tag. Unser Wochenende fühlt sich dadurch viel entspannter an. – Sandra, Kassel
b) In der Pflege oder im Einzelhandel lässt sich das kaum umsetzen. Patientinnen und Patienten brauchen auch am Freitag Betreuung, und die Kundschaft will samstags einkaufen. Wer die Vier-Tage-Woche als Lösung für alle verkauft, kennt viele Berufe nur vom Hörensagen. – Mehmet, Duisburg
c) Bei uns wurde die Woche verkürzt, die Aufgaben aber nicht. Jetzt erledige ich in vier Tagen, wofür ich früher fünf hatte – mit kürzeren Pausen und mehr Druck. Das lange Wochenende genieße ich, aber erholt bin ich am Montag trotzdem nicht. – Julia, Freiburg
d) Als kleines Softwareunternehmen konkurrieren wir mit großen Konzernen um Fachkräfte. Höhere Gehälter können wir nicht bieten, einen zusätzlichen freien Tag schon. Seitdem bekommen wir deutlich mehr Bewerbungen. – Thomas, Jena
e) Ich halte nichts davon, das Modell sofort gesetzlich vorzuschreiben. Sinnvoller wäre es, wenn Betriebe es zunächst ein halbes Jahr ausprobieren und genau messen, wie sich Produktivität und Krankmeldungen entwickeln. Erst danach kann man seriös entscheiden. – Ana, Leipzig
f) Mir persönlich ist es egal, ob ich vier oder fünf Tage arbeite. Viel wichtiger ist mir, dass ich selbst bestimmen kann, wann ich anfange und aufhöre. Gleitzeit bringt mir mehr als ein freier Freitag. – Peter, Kiel
- 0 Mehr freie Zeit für die Familie (Beispiel – Lösung: a)
- 16 Nicht jede Branche kann so arbeiten
- 17 Die Arbeit wird dichter, nicht weniger
- 18 Ein Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte
- 19 Erst testen, dann entscheiden
Teil 5: Library rules – headings (items 20–22)
You want to use a city library and read its user regulations. Which headings from the table of contents (a–h) fit sections 20–22? Section 0 is the example (answer: c); four headings are not needed.
Benutzungsordnung der Stadtbibliothek
§ 0 (Beispiel – Lösung: c) Die Bibliothek ist dienstags bis freitags von 10 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. An gesetzlichen Feiertagen bleibt sie geschlossen.
§ 20 Medien können für vier Wochen ausgeliehen werden. Eine Verlängerung ist bis zu zweimal möglich, sofern keine Vormerkung einer anderen Person vorliegt. Ausgenommen sind Zeitschriften und DVDs; sie werden nur für zwei Wochen ausgeliehen.
§ 21 Wer ein ausgeliehenes Medium verliert oder beschädigt, hat den Wiederbeschaffungswert zu ersetzen. Zusätzlich wird eine Bearbeitungspauschale von 5 Euro erhoben. Ob ein beschädigtes Medium repariert oder ersetzt wird, entscheidet die Bibliothek.
§ 22 Für die Ausstellung eines Ausweises ist ein gültiges Ausweisdokument mit Lichtbild vorzulegen. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren benötigen zusätzlich die schriftliche Einwilligung einer erziehungsberechtigten Person. Der Ausweis ist nicht übertragbar.
- a Anmeldung und Bibliotheksausweis
- b Leihfristen und Verlängerung
- c Öffnungszeiten
- d Gebühren bei verspäteter Rückgabe
- e Verhalten in den Räumen
- f Haftung bei Verlust und Beschädigung
- g Nutzung der Computerarbeitsplätze
- h Datenschutz
Answer key with explanations
| Item | Answer | Why |
|---|---|---|
| 1 | b (Jonas) | Jonas’s father and grandfather were already in the fire brigade. |
| 2 | c (Aylin) | Aylin criticises that many associations expect a fixed weekly commitment. |
| 3 | a (Miriam) | Miriam says payment would make it feel like a second job. |
| 4 | d (Robert) | Robert objects to volunteers doing work meant for paid professionals. |
| 5 | b (Jonas) | Jonas wants more recognition from the state, e.g. pension benefits. |
| 6 | c (Aylin) | Aylin finds suitable projects through an online platform. |
| 7 | d (Robert) | Robert calls it „kein Opfer, sondern ein Gewinn“. |
| 8 | b | Slow progress on bad roads explains why people saw it as a toy („deshalb“). |
| 9 | c | „Stürze aus dieser Höhe“ in the next sentence needs the dangerous high-wheelers. |
| 10 | a | Cheap mass production explains why workers could now own a bike. |
| 11 | d | Cars occupying road space leads to „hängt deshalb … von der Verkehrspolitik ab“. |
| 12 | a | The body reacts even to noise we no longer notice; people don’t necessarily wake up. |
| 13 | b | Flats on main roads are cheaper and low earners have little choice. |
| 14 | c | Night-time speed limits meet protests from motorists’ associations. |
| 15 | b | The aim is to protect quiet retreats, not to lower noise everywhere. |
| 16 | b (Mehmet) | Mehmet: care work and retail can hardly switch to four days. |
| 17 | c (Julia) | Julia does the same tasks in four days with more pressure. |
| 18 | d (Thomas) | Thomas uses the extra day off to attract skilled staff. |
| 19 | e (Ana) | Ana wants companies to test the model for six months first. |
| 20 | b | Loan periods and up to two renewals. |
| 21 | f | Replacement value plus a fee for lost or damaged media. |
| 22 | a | Photo ID and parental consent for the library card. |
Not used: Part 2 – e and f; Part 4 – f (Peter); Part 5 – d, e, g and h.
Scoring and self-check
- In the exam, 30 items are scored: each correct answer is one checkpoint, and the total is multiplied by 3.33 and rounded.
- For this 22-item set: 14 or more correct (64 %) is above the 60 % line; 13 correct (59 %) is just below it.
- Note the part where you lose most points and practise that task type next; every item counts the same.
| Correct answers (of 30) | Points |
|---|---|
| 30 | 100 |
| 24 | 80 |
| 21 | 70 |
| 18 | 60 – pass mark |
| 17 | 57 – not passed |
Tactics for each part
- Part 1: read the statements first and underline the key idea; the same person can match several statements.
- Part 2: check the words around each gap – connectors such as deshalb or jedoch and references such as dieser Höhe decide the answer.
- Part 3: the items follow the order of the text; one wrong detail rules an option out.
- Part 4: look for the writer’s main point, not single words; one opinion stays unused.
- Part 5: read the headings, then the first sentence of each section; most headings are distractors.
Official sources
The exam rules and figures in this guide were checked against the official sources below.
Related guide
Practise full B2 reading sets
Solve complete Goethe B2 reading parts on Zertifly with a timer and automatic feedback, then work on the part that costs you the most points.