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Schmecken statt Sprechen – Das Phänomen "Silent Dinner"
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Schmecken statt Sprechen – Das Phänomen "Silent Dinner" In einer lauten Welt suchen Menschen oft nach Ruhe, doch das Restaurant "Mundwerk" in Berlin geht einen radikalen Schritt weiter. Hier findet jeden Dienstagabend das "Silent Dinner" statt. Wer denkt, dass es sich hierbei um ein normales Abendessen bei Kerzenschein handelt, irrt gewaltig. Die wichtigste Regel lautet: Sobald die Gäste den Speisesaal betreten, ist das Sprechen strengstens untersagt. Am Eingang müssen alle elektronischen Geräte, insbesondere Smartphones, in Schließfächern abgegeben werden. Viele Gäste befürchten anfangs, dass die Kommunikation unmöglich ist, doch das Restaurant stellt Notizblöcke und Stifte auf die Tische. Interessanterweise nutzen die wenigsten diese Hilfsmittel. Die meisten Gäste verständigen sich stattdessen mit Händen, Füßen oder bloßen Blicken. Erst wenn der Nachtisch abgeräumt ist und der Kaffee serviert wird, darf das Schweigen gebrochen werden. Viele empfinden diesen Moment als Schock, da die Lautstärke im Raum plötzlich explodiert. Das Essen selbst ist eine Überraschung. Es gibt keine Speisekarte, aus der man wählen kann. Der Küchenchef entscheidet morgens spontan, was abends auf den Tisch kommt, abhängig von den frischen Zutaten, die der Markt liefert. Das führt dazu, dass Allergiker oder Veganer sich zwingend vor der Buchung online melden müssen. Am Abend selbst ist eine Änderung des Menüs für den Kellner nicht mehr möglich, da Diskussionen darüber die Stille stören würden. Ein weiterer Unterschied zu normalen Lokalen ist die Bezahlung. Es gibt keine Rechnung im klassischen Sinne. Die Gäste zahlen am Ende das, was ihnen das Erlebnis wert war. Allerdings gibt es einen Mindestbetrag von 20 Euro für die Getränke, die nicht im "Pay-what-you-want"-Prinzip enthalten sind. Wer weniger als diesen Betrag dabei hat, muss den Rest per Karte begleichen oder beim Abwasch helfen – ein Scherz, den der Besitzer gerne macht, der aber bisher noch nie Realität wurde.