Goethe B2 · Lesen · Teil 3
Lees en un periódico un artículo sobre la falta de sueño en los adolescentes. En las tareas 1 a 6, elige la respuesta correcta a, b o c.
Rund ein Drittel aller Jugendlichen in Deutschland schläft weniger als die von Fachleuten empfohlenen acht Stunden pro Nacht. Besonders auffällig ist der Zusammenhang mit der Bildschirmzeit: Wer abends noch lange am Smartphone hängt, schläft im Schnitt eine ganze Stunde weniger als Gleichaltrige, die ihr Handy früh beiseitelegen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Leipzig, für die über zweitausend Jugendliche zwischen vierzehn und siebzehn Jahren befragt wurden. Schlafforscherin Dr. Anna Berger vom Schlaflabor der Charité erklärt: „Das blaue Licht der Bildschirme unterdrückt die Ausschüttung von Melatonin, dem Hormon, das uns müde macht. Wer also kurz vor dem Schlafengehen noch Videos schaut oder chattet, schickt seinem Körper das Signal: Es ist noch nicht Zeit zu schlafen.“ Besonders problematisch sei dabei nicht die reine Nutzungsdauer, sondern der Zeitpunkt: „Ein Jugendlicher, der tagsüber drei Stunden am Handy verbringt, aber abends rechtzeitig aufhört, schläft oft besser als einer, der nur eine Stunde nutzt – dafür aber bis Mitternacht.“ Die Folgen des Schlafmangels zeigen sich im Schulalltag deutlich: Müde Jugendliche haben laut der Studie größere Konzentrationsprobleme und im Schnitt schlechtere Noten in den ersten beiden Schulstunden. Interessanterweise betrifft das nicht alle gleichermaßen: Mädchen berichteten in der Befragung häufiger von Einschlafproblemen als Jungen, während Jungen eher über Durchschlafprobleme klagten. Manche Schulen reagieren inzwischen auf das Problem: Am Descartes-Gymnasium in Köln dürfen Handys seit diesem Schuljahr erst ab der großen Pause genutzt werden, und auch mit nach Hause geht ein klarer Elternbrief zum Thema Bildschirmzeit. Schulleiterin Petra Klein berichtet: „Die ersten Rückmeldungen sind positiv, auch wenn sich einige Schüler zunächst beschwert haben.“ Ob sich das auch auf die Schlafdauer der Schüler auswirkt, will die Schule im nächsten Halbjahr mit einer eigenen kleinen Befragung untersuchen. Schlafforscherin Berger rät Eltern, nicht nur auf Verbote zu setzen, sondern gemeinsam mit ihren Kindern feste Bildschirm-Auszeiten zu vereinbaren. „Ein Verbot von oben herab funktioniert selten dauerhaft. Besser ist es, wenn die ganze Familie mitmacht – auch die Erwachsenen sollten ihr Handy abends beiseitelegen.“ Denn Kinder und Jugendliche orientierten sich stark am Vorbild der Eltern, betont sie abschließend. Die Forschenden warnen zugleich davor, jede Müdigkeit ausschließlich dem Smartphone zuzuschreiben. Auch Leistungsdruck, frühe Schulwege und unregelmäßige Freizeitaktivitäten beeinflussen den Schlaf. Sinnvoll seien deshalb Maßnahmen, die mehrere Ursachen berücksichtigen und gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt werden. Eine bloße Kontrolle durch Erwachsene könne kurzfristig funktionieren, ändere aber selten dauerhaft die Gewohnheiten. Schulen, Eltern und Sportvereine müssten ihre Erwartungen aufeinander abstimmen. Entscheidend sei, dass junge Menschen verstehen, warum Erholung ihre Konzentration und Stimmung beeinflusst, und selbst praktikable Routinen finden. Erst dann werde aus einer zeitlich begrenzten Regel eine langfristige Veränderung.