LeseverstehenTeil 2
Lesen Sie die beiden Texte aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Text 1 · aus einer deutschen Zeitung
Ein Landkreis im Nordosten Deutschlands hat im vergangenen Jahr fast alle festen Buslinien auf dem Land abgeschafft und durch ein neues Angebot ersetzt. Wer fahren möchte, meldet sich spätestens dreißig Minuten vorher telefonisch oder über eine App an und wird an einer von rund 900 Haltestellen abgeholt. Einen Fahrplan gibt es nicht mehr; dafür ist der Bus von fünf Uhr morgens bis Mitternacht unterwegs. „Die alten Linien waren tagsüber oft leer und abends gar nicht unterwegs“, erklärt die Verkehrsplanerin Britta Ahlers. „Ein Bus, der zweimal am Tag fährt, nützt niemandem, der zum Arzt muss.“ Der Fahrpreis entspricht dem gewöhnlichen Ticket, einen Zuschlag zahlt man nicht. Nach zwölf Monaten ist die Bilanz eindeutig: Die Zahl der Fahrgäste hat sich mehr als verdoppelt. Besonders häufig genutzt wird das Angebot von Jugendlichen am Wochenende und von älteren Menschen am Vormittag. Ein Problem ist geblieben. Wer kein Smartphone besitzt, muss anrufen, und die Telefonleitung ist morgens fast immer besetzt. „Daran arbeiten wir“, sagt Ahlers. Drei weitere Landkreise haben inzwischen angekündigt, das Modell zu übernehmen. Voraussetzung sei allerdings eine ausreichende Zahl an Fahrzeugen: Im Landkreis sind derzeit vierzehn Kleinbusse unterwegs, im ersten Monat waren es erst acht.
Text 2 · aus einer Schweizer Zeitschrift
Wer im Büro arbeitet, macht Pausen – nur meistens die falschen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, für die 1200 Angestellte vier Wochen lang aufgeschrieben haben, wann und wie lange sie ihre Arbeit unterbrachen. Das Ergebnis überrascht: Nicht die Länge der Pause ist entscheidend, sondern das, was man in ihr tut. Wer sich in der Pause wieder an den Bildschirm setzt und Nachrichten liest, erholt sich kaum. Wer dagegen aufsteht und den Raum verlässt, arbeitet danach deutlich konzentrierter weiter – schon nach fünf Minuten. „Viele sparen sich die Pause auf, bis sie nicht mehr können“, sagt der Arbeitspsychologe Marc Lüthi. „Dann ist es zu spät. Wirksam sind kurze Unterbrechungen, bevor die Müdigkeit überhaupt da ist.“ Am besten funktioniere eine Pause pro Stunde, im Idealfall mit ein wenig Bewegung. Schwierig ist das vor allem für jene, die zu Hause arbeiten. Ohne Kolleginnen und Kollegen, die zum Kaffee rufen, fällt die Pause oft ganz aus: Zwei Drittel der Befragten im Homeoffice gaben an, an manchen Tagen bis zum Abend durchzuarbeiten. Für die Betriebe hat das Folgen. Wer Pausen ermöglicht, bekommt am Ende keine schlechteren, sondern bessere Ergebnisse. Mehrere der befragten Betriebe haben feste Pausenzeiten inzwischen in den Kalender eingetragen – nicht als Vorschrift, sondern als Empfehlung, die man auch ablehnen darf.
0. Den Bus muss man …