DTZ Sprechen Teil 1: Sich vorstellen – Beispiele auf B1-Niveau
Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026 · Mit BAMF, g.a.s.t. und Gesetzestexten geprüft
In Teil 1 der mündlichen DTZ-Prüfung sprechen Sie etwa eine Minute über sich und beantworten dann eine Nachfrage. Hier finden Sie eine komplette Vorstellung auf B1-Niveau, dieselbe Person auf A2-Niveau zum Vergleich, Redemittel zu jedem Stichwort, zehn Nachfragen mit Beispielantworten und ein zweites Muster für alle, die gerade nicht arbeiten.
So läuft DTZ Sprechen Teil 1 ab
Teil 1 eröffnet die mündliche Prüfung. Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner bekommen dasselbe Blatt mit Stichwörtern. Nacheinander erzählen Sie etwas über sich; danach stellt die Prüferin oder der Prüfer jeder Person eine Frage zu etwas, das sie gesagt hat – zum Beispiel zur Familie oder zur Arbeit.
Laut offiziellem Handbuch müssen Sie nicht zu allen Stichwörtern etwas sagen; Sie dürfen auch weitere Informationen geben. Die Aufgabe gilt als bewältigt, wenn Sie sich ausführlich vorgestellt haben. Mehr zu wenigen Punkten ist also besser als sechs Punkte in je einem Satz.
| Schritt | Was passiert | Zeit | Punkte |
|---|---|---|---|
| Teil 1 A – Über sich sprechen | Sie sprechen über sich und nutzen dabei die Stichwörter Name, Geburtsort, Wohnort, Arbeit/Beruf, Familie, Sprachen. | etwa eine Minute pro Person | 5 |
| Teil 1 B – Auf Nachfragen reagieren | Die Prüferin oder der Prüfer fragt nach etwas, das Sie gesagt haben – z. B. zur Familie oder zur Arbeit –, und Sie antworten. | Teil 1 insgesamt: ca. 4 Minuten für ein Paar | 5 |
Keine Vorbereitungszeit: Sie sehen das Blatt und beginnen. Teil 1 bringt 10 der 50 Punkte für die Aufgabenbewältigung; die anderen 50 Punkte im Sprechen gibt es für die Sprache (Aussprache/Intonation, Flüssigkeit, Korrektheit, Wortschatz).
B1-Muster: Kemal stellt sich vor
Alle Texte auf dieser Seite sind originales Übungsmaterial von Zertifly im DTZ-Format, keine offiziellen Prüfungsaufgaben; die Personen sind erfunden. Kemal Arslan spricht etwa eine Minute, dann stellt die Prüferin eine Nachfrage.
Kemal Arslan: Guten Tag. Mein Name ist Kemal Arslan. Ich bin in Gaziantep geboren, das ist eine große Stadt im Süden der Türkei. Seit fünf Jahren wohne ich in Bielefeld. Am Anfang habe ich bei meinem Cousin gewohnt, aber jetzt haben wir eine eigene Wohnung in der Nähe vom Bahnhof.
Von Beruf bin ich Koch. In der Türkei habe ich zwölf Jahre in einem Restaurant gearbeitet. Hier arbeite ich in der Küche von einem Krankenhaus. Wir kochen jeden Tag für mehr als dreihundert Menschen, deshalb muss alles schnell und sauber gehen. Die Arbeit ist anstrengend, aber meine Kollegen sind sehr nett.
Ich bin verheiratet, und wir haben eine Tochter. Sie ist sechs und geht seit August in die Schule. Meine Muttersprache ist Türkisch, Englisch habe ich in der Schule gelernt, und Deutsch lerne ich seit eineinhalb Jahren. Meine Tochter spricht übrigens schon besser Deutsch als ich!
Prüferin: Sie kochen für ein Krankenhaus. Was kochen Sie dort am liebsten?
Kemal Arslan: Am liebsten mache ich Suppen, weil man sie gut für viele Leute vorbereiten kann. Manchmal koche ich auch eine Linsensuppe nach dem Rezept von meiner Mutter. Die ist bei den Patienten sehr beliebt.
- Jedes Stichwort kommt vor, aber als kleine Geschichte mit Zeitangaben: „seit fünf Jahren“, „am Anfang“, „jetzt“.
- Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich natürlich ab: „habe … gewohnt“, „habe … gearbeitet“, „arbeite“.
- Er erklärt, statt nur aufzuzählen: „deshalb muss alles schnell und sauber gehen“, „anstrengend, aber …“.
- Der letzte Satz ist persönlich und bleibt im Gedächtnis – ein natürliches Ende statt „Das ist alles“.
- Die Antwort auf die Nachfrage enthält Antwort, Grund und Beispiel – drei Sätze reichen.
Dieselbe Person auf A2 – und der Unterschied
Hier ist dieselbe Person mit denselben Informationen, aber auf A2-Niveau. Lesen Sie beide Versionen nacheinander laut.
Kemal Arslan: Ich heiße Kemal Arslan. Ich komme aus der Türkei, aus Gaziantep. Ich wohne in Bielefeld. Ich wohne fünf Jahre hier. Ich bin Koch. Ich arbeite in Krankenhaus, in der Küche. Die Arbeit ist gut, aber viel. Ich bin verheiratet. Ich habe eine Tochter, sie ist sechs Jahre. Ich spreche Türkisch und ein bisschen Englisch. Und ich lerne Deutsch.
Prüferin: Was kochen Sie dort am liebsten?
Kemal Arslan: Suppe. Ich mag Suppe.
- Kurze Hauptsätze, die alle mit „Ich …“ beginnen; die Informationen stimmen, werden aber nur aufgelistet.
- Nur Präsens, keine Begründungen, keine Details.
- Kleine Fehler („fünf Jahre hier“ ohne „seit“, „in Krankenhaus“, „sechs Jahre“ ohne „alt“) – verständlich, aber auffällig.
- Die Nachfrage wird mit einem Wort und einem kurzen Satz beantwortet.
| Merkmal | A2-Version | B1-Version |
|---|---|---|
| Sätze verbinden | Ich wohne in Bielefeld. Ich wohne fünf Jahre hier. | Seit fünf Jahren wohne ich in Bielefeld. Am Anfang habe ich bei meinem Cousin gewohnt, aber jetzt … |
| Vergangenheit | Ich bin Koch. | In der Türkei habe ich zwölf Jahre in einem Restaurant gearbeitet. |
| Begründung | Die Arbeit ist gut, aber viel. | Wir kochen jeden Tag für mehr als dreihundert Menschen, deshalb muss alles schnell und sauber gehen. |
| Persönliche Note | Und ich lerne Deutsch. | Meine Tochter spricht übrigens schon besser Deutsch als ich! |
| Antwort auf die Nachfrage | Suppe. Ich mag Suppe. | Am liebsten mache ich Suppen, weil man sie gut für viele Leute vorbereiten kann. |
Grobe Orientierung: Die A2-Version erfüllt die Aufgabe auf A2-Niveau, die B1-Version auf B1-Niveau. Das ist keine offizielle Bewertung – in der Prüfung bewerten zwei Prüfende unabhängig voneinander.
Redemittel zu jedem Stichwort
| Stichwort | Redemittel | Tipp |
|---|---|---|
| Name | Mein Name ist … / Ich heiße … | Standard-Einstieg; beide Varianten sind richtig. |
| Name | Mein Vorname ist …, mein Familienname ist … | Hilfreich, wenn Ihr Name für deutsche Ohren ungewohnt ist. |
| Geburtsort | Ich bin in … geboren. Das ist eine Stadt im Norden / im Süden von … | Mit einem Zusatz wird aus einer Information ein kleiner Text. |
| Geburtsort | Ich komme aus …, genauer gesagt aus … | Gut, wenn Ihre Stadt weniger bekannt ist als Ihr Land. |
| Wohnort | Seit … Jahren wohne ich in … | „Seit“ mit Präsens: Sie wohnen immer noch dort. |
| Wohnort | Ich wohne mit meiner Familie in einer Wohnung in der Nähe von … | Verbindet Wohnort und Familie in einem Satz. |
| Arbeit/Beruf | Von Beruf bin ich … / In meiner Heimat habe ich als … gearbeitet. | Beruf aus der Heimat – im Perfekt. |
| Arbeit/Beruf | Zurzeit arbeite ich als … in einem / einer … | Aktuelle Arbeit – im Präsens. |
| Arbeit/Beruf | Im Moment arbeite ich nicht, weil … Später möchte ich gern als … arbeiten. | Wenn Sie gerade nicht arbeiten: Grund und Plan nennen. |
| Familie | Ich bin verheiratet / ledig / geschieden. | Familienstand – kurz und neutral. |
| Familie | Wir haben zwei Kinder: Mein Sohn ist … Jahre alt und geht in die Kita / in die Schule. | Details zu den Kindern machen diesen Teil lebendig. |
| Familie | Meine Eltern leben noch in …, wir telefonieren oft. | Familie in der Heimat – oft Thema der Nachfrage. |
| Sprachen | Meine Muttersprache ist … Außerdem spreche ich ein bisschen … | Muttersprache plus weitere Sprachen. |
| Sprachen | Deutsch lerne ich seit … im Integrationskurs. | Zeigt, wie und seit wann Sie Deutsch lernen. |
10 Nachfragen mit B1-Antworten
Die Nachfrage greift etwas auf, das Sie gesagt haben. Solche zehn Fragen können Ihnen begegnen; die Beispielantworten stammen von verschiedenen erfundenen Personen – passen Sie sie an Ihr eigenes Leben an.
| Nachfrage | Beispielantwort (B1) |
|---|---|
| Was gefällt Ihnen an Ihrem Wohnort? | Mir gefällt, dass alles in der Nähe ist: der Supermarkt, die Schule und die Haltestelle. Nur die Miete ist ziemlich hoch. |
| Was machen Sie gern in Ihrer Freizeit? | Am Wochenende gehe ich gern mit meiner Familie in den Park. Wenn das Wetter schlecht ist, kochen wir zusammen oder sehen einen Film. |
| Möchten Sie in Deutschland wieder in Ihrem Beruf arbeiten? | Ja, sehr gern. Ich bin Friseurin, aber zuerst brauche ich besseres Deutsch, weil man mit den Kundinnen viel spricht. |
| Was machen Sie bei Ihrer Arbeit genau? | Ich arbeite in einem Lager. Ich packe Pakete und kontrolliere, ob alles richtig ist. Manchmal fahre ich auch einen Gabelstapler. |
| Wie alt sind Ihre Kinder, und was machen sie? | Meine Tochter ist vier und geht in die Kita, mein Sohn ist neun und geht in die dritte Klasse. Er spielt auch Fußball in einem Verein. |
| Wo lebt der Rest Ihrer Familie? | Meine Eltern und meine Schwester leben noch in meiner Heimat. Wir telefonieren fast jeden Tag, und im Sommer möchten wir sie besuchen. |
| Welche Sprache sprechen Sie zu Hause? | Mit meinem Mann spreche ich Arabisch. Die Kinder antworten aber oft auf Deutsch – das ist manchmal ziemlich lustig. |
| Warum lernen Sie Deutsch? | Ich möchte eine Ausbildung machen. Außerdem möchte ich allein zum Arzt oder zum Amt gehen können, ohne Hilfe von Bekannten. |
| Was war am Anfang in Deutschland schwierig? | Am schwierigsten waren die Briefe von den Ämtern. Ich habe oft nicht verstanden, was ich tun muss. Heute verstehe ich schon viel mehr. |
| Was möchten Sie in fünf Jahren machen? | In fünf Jahren möchte ich eine feste Stelle haben und vielleicht eine größere Wohnung mieten, weil die Kinder dann ein eigenes Zimmer brauchen. |
Ein Plan für 60 Sekunden
Mit diesem Plan üben Sie eine Vorstellung von etwa einer Minute, in der Fakten und Gründe verbunden sind.
| Sekunden | Inhalt | Beispielsatz |
|---|---|---|
| 0–10 | Name und Geburtsort | Mein Name ist … Ich bin in … geboren, das ist … |
| 10–20 | Wohnort, seit wann, plus ein Detail | Seit … wohne ich in … Dort gefällt mir besonders, dass … |
| 20–40 | Arbeit oder Beruf: früher und jetzt, mit einem Grund | Früher habe ich als … gearbeitet. Jetzt …, weil … |
| 40–55 | Familie und Sprachen | Ich bin … und habe … Meine Muttersprache ist …, Deutsch lerne ich seit … |
| 55–60 | Schlusssatz mit einem Plan oder einer persönlichen Note | Mein Ziel ist eine Ausbildung als … / Bald möchte ich … |
Die Sekunden sind eine Übungshilfe, keine offizielle Vorgabe. Wenn die Prüferin Sie früher unterbricht, hören Sie einfach auf – sie leitet das Gespräch.
Zweites Muster: ohne Arbeit, im Kurs, mit Kindern
Nicht alle haben gerade eine Arbeit. Zahra Ahmadi besucht den Integrationskurs und kümmert sich um ihre zwei Kinder. Ihr Muster zeigt, wie Sie das Stichwort „Arbeit/Beruf“ trotzdem gut füllen.
Zahra Ahmadi: Mein Name ist Zahra Ahmadi. Ich komme aus dem Iran, genauer gesagt aus Schiras. Das ist eine alte Stadt mit vielen schönen Gärten. Seit drei Jahren wohne ich mit meiner Familie in Hannover, im Stadtteil Linden.
Im Iran war ich Grundschullehrerin, ich habe acht Jahre lang Kinder unterrichtet. Im Moment arbeite ich nicht. Ich besuche jeden Vormittag den Integrationskurs, und am Nachmittag kümmere ich mich um die Kinder. Später möchte ich gern als Erzieherin in einer Kita arbeiten, weil mir die Arbeit mit Kindern viel Freude macht.
Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Mein Sohn ist acht und geht in die zweite Klasse, meine Tochter ist drei und geht seit dem Sommer in die Kita. Meine Muttersprache ist Persisch. Englisch habe ich in der Schule gelernt, und Deutsch lerne ich im Kurs – aber auch auf dem Spielplatz, mit anderen Eltern.
Prüfer: Wie haben Sie Deutsch gelernt, bevor der Kurs angefangen hat?
Zahra Ahmadi: Am Anfang habe ich mit einer App gelernt und mit meinem Sohn Kinderbücher gelesen. Die Bücher waren einfach, aber so habe ich viele Wörter für den Alltag gelernt.
- Beruf in der Vergangenheit („war Grundschullehrerin“), Alltag heute (Kurs, Kinder) und ein Plan mit Begründung („weil mir die Arbeit mit Kindern viel Freude macht“).
- „Im Moment arbeite ich nicht“ ist ein völlig normaler Satz – wichtig ist, dass danach noch etwas kommt.
- Details zu den Kindern (Alter, Schule, Kita) machen den Teil Familie lebendig.
- Die Antwort auf die Nachfrage erzählt eine kleine Geschichte im Perfekt.
Typische Fehler in Teil 1
- Einen auswendig gelernten Text roboterhaft aufsagen: schnell, monoton, ohne Blickkontakt. Spätestens die Nachfrage zeigt, ob Sie wirklich reagieren können.
- Nur Fakten aufzählen („Ich bin 35. Ich habe zwei Kinder. Ich wohne in Köln.“), ohne Gründe oder Details.
- Die Nachfrage mit einem Wort beantworten („Ja.“, „Gut.“, „Suppe.“).
- Typische Übertragungsfehler: „Ich habe 35 Jahre“ statt „Ich bin 35 Jahre alt“; „Ich wohne seit 2020 in Deutschland gekommen“ statt „Ich bin 2020 nach Deutschland gekommen“.
- Drei Minuten über ein einziges Stichwort reden – insgesamt etwa eine Minute ist das Ziel.
- Bei „Sprachen“ nur Sprachen aufzählen: Sagen Sie auch, wie und seit wann Sie Deutsch lernen.
So üben Sie Teil 1
- Schreiben Sie nur Stichwörter auf eine Karte, keinen ganzen Text, und sprechen Sie frei.
- Stellen Sie einen Timer auf 60 Sekunden, nehmen Sie sich auf und prüfen Sie: Habe ich mindestens zwei Gründe und ein Detail genannt?
- Ziehen Sie drei Fragen aus der Liste oben und beantworten Sie jede ohne Vorbereitung in zwei oder drei Sätzen.
- Zu zweit: Stellen Sie sich gegenseitig vor und stellen Sie spontan eine Nachfrage.
- Üben Sie den Schritt von A2 zu B1: Erweitern Sie jeden einfachen Satz mit „seit“, „weil“, „deshalb“ oder „früher … jetzt“.
Zertifly hat kein DTZ-Modul. Spontanes Reagieren können Sie mit der Simulation telc B1 Sprechen üben: Ein KI-Prüfungspartner spricht live mit Ihnen, in drei Teilen inklusive „gemeinsam etwas planen“. Das Format ist nicht identisch mit dem DTZ, aber Sie trainieren dieselbe Fertigkeit: zuhören und ohne Vorbereitung antworten.
Offizielle Quellen
Die Prüfungsregeln und Zahlen in diesem Ratgeber wurden anhand der folgenden offiziellen Quellen geprüft.
Weiterführender Ratgeber
Spontan antworten üben
Zertifly hat kein DTZ-Modul. In der Simulation telc B1 Sprechen sprechen Sie mit einem KI-Prüfungspartner in drei Teilen, inklusive „gemeinsam etwas planen“ – gutes Training, um ohne Vorbereitung auf Nachfragen zu reagieren.